Was darf der Vermieter fragen?

Fragen nach Einkommen, Familienstand und der gewünschten Mietdauer kennt jeder. Heutzutage ist es sogar Regel, dass man, bevor man den Vermieter überhaupt persönlich trifft, eine Selbstauskunft ausfüllt und zum Besichtigungstermin mitbringt. Ein gewisses Interesse seitens des Vermieters kann sicherlich jeder nachvollziehen, vor allem, wenn es um die Zahlkraft der potenziellen Mieter geht. Doch wenn die Fragen zu persönlich werden, haben Sie als Mieter das Recht, die Notbremse zu ziehen. Wir klären Sie über Rechte und Pflichten von Mietern in Sachen Selbstauskunft auf.

Quelle: Shutterstock / Alexander Raths

Obligatorische Angaben

Zur Absicherung des eigenen Interesses darf der Vermieter sich bei Ihnen darüber informieren, ob Sie über ein geregeltes Einkommen verfügen. Er darf nach der Höhe des Gehaltes, nach dem Beruf und der Dauer Ihres Beschäftigungsverhältnisses fragen. Diese Informationen helfen dem Vermieter abzuschätzen, ob der Bewerber sich die Miete längerfristig leisten kann.

Des Weiteren müssen Sie dem Vermieter die genaue Personenanzahl mitteilen, die in die Wohnung einziehen soll. Auch über eventuelle Pläne, eine Wohngemeinschaft zu gründen, sollten Sie mit dem Vermieter sprechen. Dieser muss sein Einverständnis geben und den Mietvertrag dementsprechend anpassen. Während Sie dem Vermieter keine Schufa-Auskunft erteilen müssen, darf er dennoch nach einer potenziellen Verbraucherinsolvenz oder einem Antrag auf Restschuldenbefreiung fragen. Auch diese Frage soll gewährleisten, dass Sie sich die Miete auch wirklich leisten können.

 

Hier dürfen Sie „lügen“

Sie lesen hier tatsächlich „lügen“, da dem Mieter ein sogenanntes „Recht auf Lüge“ zusteht, wenn der Vermieter unzulässige Fragen stellt. Dieses Recht bedeutet im Prinzip nur, dass Sie für unkorrekte Angaben nicht belangt werden können. Wenn der Vermieter Ihnen also Fragen stellt, die ihm eigentlich nicht zustehen, dann haben Sie die Wahl ihn mit seinem Verstoß zu konfrontieren, oder ihm das zu erzählen, was er gerne hören würde.

In diesen Bereich fallen vor allem Fragen zu Ihrem Privatleben. Sie müssen den Vermieter nicht darüber informieren, ob Sie rauchen, oder ob Sie oft Besuch bekommen. Auch Fragen zu einer geplanten Schwangerschaft sind unzulässig. Ebenso darf der Vermieter Sie nicht zu Ihren politischen Ansichten, Ihrer Religion oder einer eventuellen Parteizugehörigkeit fragen. Gewohnheiten, wie das Hören lauter Musik, das Kochen oder das Stepptanzen gehen den Vermieter ebenfalls nichts an. Solange Sie sich später in der Ausübung ihrer Hobbys an die Hausordnung halten, kann der Vermieter Sie darin nicht einschränken. Rechtskonflikte müssen Sie auch nicht angeben. Fragen nach Gefängnisaufenthalten etc. dürfen Sie also getrost ignorieren.

Viele Vermieter verlangen momentan eine Vormieterbescheinigung und eine Kopie des Personalausweises. Gemäß des Bundesdatenschutzgesetztes ist es Ihnen überlassen, ob Sie dem Vermieter diese Daten überlassen.

 

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Text: Vanessa Höfner