Mietrecht

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Sei es nun eine zurückgehaltene Kaution wegen unsachgemäßer Beseitigung von Mängeln oder eine Kündigung wegen verzögerter Mietzahlungen – Jeder von uns hatte schon einmal in irgendeiner Form mit dem Mietrecht zutun. Oftmals ist es jedoch so, dass man sich als Mieter im Unrecht fühlt, da der Vermieter meist der ist, der am längeren Hebel sitzt. Doch auch als Mieter steht Ihnen das Mietrecht zur Seite und verhindert beispielsweise eine rechtswidrige Kündigung.

 

Woher weiß ich, was rechtens ist und was nicht?

In Deutschland gibt es zahlreiche Organisationen, die sich dem Schutz der Mieter und des Mietrechts verschrieben haben. Dazu zählen unter anderem der Mieterschutzbund und der Deutsche Mieterbund. Beide Institutionen haben Websites auf denen man sich umfassend zum Mietrecht informieren kann und Büros in vielen deutschen Städten. Um vom umfassenden Schutz und von der Rechtsberatung des Mieterschutzbundes zu profitieren, ist eine Mitgliedschaft ratsam. Sollten Sie also schwierige Vermieter oder das Bedürfnis der Absicherung vor mietrechtlichen Zwischenfällen haben, so ist es klug, Mitglied des Mieterschutzbundes zu werden. Im Streitfall stellt Ihnen der Mieterschutzbund professionelle Hilfe zur Seite und verschafft Ihnen als Teil einer Solidargemeinschaft Gehör.

 

Mietrecht beim Mietvertrag

Eine der wichtigsten Thematiken des Mietrechts sind Mietverträge. Diese sind aufgrund der Komplexität oftmals Gegenstand von Streitereien zwischen  Vermieter und Mieter.

Bevor Sie Ihre Unterschrift unter den Mietvertrag setzen, sollten Sie das Dokument Schritt für Schritt gemeinsam mit dem Vermieter durchgehen. Ist der Vertrag befristet? Sind Mietpreiserhöhungen erlaubt oder sogar zu erwarten? Wer zahlt (Schönheits-)Reparaturen? Muss nach Auszug gestrichen werden? Dürfen Sie die Wohnung nach Belieben untervermieten? Welche Regelungen gibt es bezüglich der Kündigung? All diese Fragen sollten eindeutig und gut verständlich im Mietvertrag festgehalten werden, damit es später nicht zu Missverständnissen kommt.

Wer sich nicht gut auskennt, der sollte den Mietvertrag mit nach Hause nehmen und dort in Ruhe oder sogar mit einem Anwalt durchgehen. So verhindern Sie Konflikte im Vorhinein.

 

Kündigungsfristen

Auch die Kündigungsfrist ist häufig Streitthema zwischen Mieter und Vermieter. Unabhängig von der Wohndauer haben Mieter in Deutschland in der Regel das Recht, ihren unbefristeten Mietvertrag innerhalb von drei Monaten zu kündigen. Dabei muss die Kündigung spätestens zum dritten Werktag eines Monats eingereicht werden, damit sie fristgerecht und rechtens ist. Wenn im Mietvertrag eine kürzere Kündigungsfrist vereinbart ist, so müssen sich Mieter und Vermieter ebenfalls daran halten. Der Mieter hat dann also das Recht beispielsweise mit einer 14-tägigen Frist zu kündigen, der Vermieter hingegen muss die gesetzlichen Fristvorgaben einhalten und darf keine Verkürzung im Mietvertrag festlegen. Generell richtet sich die gesetzliche Kündigungsfrist für den Vermieter nach der Wohndauer des Mieters. So beträgt die Frist bei einer Wohndauer bis zu fünf Jahren drei Monate, bei einer Wohndauer bis zu acht Jahren sechs Monate und bei längerem Mietverhältnis sogar neun Monate. Steht im Mietvertrag eine längere Frist, so ist dies allerdings rechtens.

 

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Text: Vanessa Höfner