Altbau - Ja oder nein?

Zunächst ist wohl zu klären, was überhaupt als Altbau bezeichnet wird. Grundsätzlich gibt es keine regulären Bestimmungen, die festlegen, was Alt- und was Neubau ist, dennoch besteht eine inoffizielle Regel. Alle Gebäude, die vor 1948 gebaut wurden, also älter als 60 Jahre sind, zählen als Altbau. Unsere Auflistung der Vor- und Nachteile dieser sollen Ihnen bei der Entscheidung, ob sie nun in einem solchen wohnen möchten oder nicht, helfen.

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Nachteile

Ein klarer Minuspunkt auf der Pro- und Contra-Liste sind die hohen Heizkosten, die ein Altbau oft mit sich bringt. Hohe Decken und alte Fenster garantieren einen Wärmeverlust, wenn dann noch eine schlechte Dämmung dazukommt, müssen Sie mit wesentlich höheren Heizkosten rechnen, als bei einem Neubau. Eine weitere Kostenfalle sind veraltete Boiler. Diese lassen sich jedoch vor Einzug überprüfen und gegebenenfalls austauschen. Was sich kaum verändern lässt, sind schiefe Wände. Diese kommen in alten Häusern durchaus vor und sind vor allem dann ein Problem, wenn man eine Küche einbauen möchte. Bei extrem konvexen oder konkaven Mauern empfiehlt es sich, die Küche von einem Fachmann einbauen zu lassen. Aber auch die Wahl der Möbel muss an die Gegebenheiten angepasst werden. Sind die Wände beispielsweise sehr sandig, sollten Sie schwere Hängeschränke vermeiden. Ebenfalls aufpassen sollten Sie, wenn Sie bohren: bei Altbauten sind Strom- und Wasserleitungen oft wild durcheinander verlegt.

Generell ist es schlau, den Vermieter oder Verkäufer zu fragen, wann die letzte Instandsetzung der Elektrik und der Sanitäranlagen durchgeführt wurde. Wer kauft, der sollte etwaige Renovierungskosten zum Kaufpreis addieren, um das Budget nicht zu sprengen.

 

Vorteile

Die optischen Vorteile liegen auf der Hand: ein Altbau hat wesentlich mehr Charme und Geschichte, als ein Neubau. Alte Holzdielen, schöne Flügelfenster, hohe Decken, vielleicht sogar etwas Stuck an den Wänden und große Räume sprechen eindeutig für sich. Wer nicht gerade einen Neubau im höherpreisigen Segment anstrebt, der wird kaum eine Wohnung mit dem Stil und der Ästhetik eines Altbaus finden.

Wer plant, einen Altbau zu kaufen, der profitiert von einem geringen Finanzierungsbedarf und den bereits entrichteten Kosten der öffentlichen Erschließung. Wenn man sich für ein sanierungsbedürftiges Haus entscheidet, kann man vor allem dann mit staatlicher Bezuschussung rechnen, wenn die Energieeffizienz des Gebäudes verbessert werden soll.  Um Renovierungskosten richtig einzuschätzen und nicht die sprichwörtliche „Katze im Sack“ zu kaufen, darf der Käufer einen Gutachter hinzuziehen.

 

Bild: Fotolia / Christian Hillebrand

Text: Vanessa Höfner